Adele näht einen Funktionspullover 

Das wir bei Adele Bergzauber Pullover nähen hat sich mittlerweile rumgesprochen. Ich wollte Euch aber noch einen tieferen Einblick in unser Handwerk geben und zeigen welche Schritte man gehen muss um einen Funktionspullover zu bekommen. Vielleicht möchte sich auch ein Jemand selbst versuchen, dann bekommt er hier einen guten Überblick wie er vorgehen kann. 


Die Stoffe kaufen wir in der Schweiz. Dazu fahren wir viermal im Jahr direkt zum Hersteller und kaufen Stoffrollen mit jeweils 50m auf einer Rolle. Aus einer 50m Rolle bekommen wir 25 Pullover. Somit hat eine Rolle auch das Gewicht von 25 Pullovern. Das Auto parkt meist nicht direkt vor der Tür und allein kann man, wenn man gut im Training steht, drei bis vier Rollen tragen. Dieser Weg hat meist unter uns einen leichten Wettkampfcharakter. 


Haben wir den richtigen Stoff, entwerfe ich einen passenden Schnitt dazu. Ich überlege mir wie der Pullover fallen soll, ob lässig oder figurbetont, und mache in der Regel zwei bis drei Musterstücke bis ich zufrieden bin. Die Schnitterstellung mache ich am Rechner mit einem CAD Schnittprogramm. 

 

Die Grafiken werden meist nachts mit Illustrator entworfen. Nachts habe ich die nötige Ruhe um sitzen zu bleiben. Denn ein Entwurf kann sich schon ordentlich lange hinziehen. In letzter Zeit wurde alles etwas grafischer, mittlerweile mischen sich aber wieder Motive unter die Drucke. Das entwickelt sich mit der Zeit immer wieder in neue Richtungen. Die Grafik drucke ich dann erstmal zu Probe auf ein kleines Stück Stoff und lasse es ein zwei Tage im Atelier liegen. Gefällt es mir nach zwei Tagen immer noch wie am ersten Tag darf es auf die Pullover. 

 

Den Schnitt bringt man mit Schneiderkreide auf den Stoff. Die gibt es in verschiedenen Farben. Vor dem Übertragen schleift man sie etwas an, damit sie einen exakten Strich zeichnet. Das Übertragen und das Zuschneiden hat etwas meditatives an sich. Warum weiß ich nicht genau. Wenn es die Stoffdicke zulässt, schneide ich bis zu fünf Pullover gleichzeitig zu. Bei einem Pullover kommt man auf dreizehn Schnitteile. Bei einer Jacke werden es über 30. 

 

Nachdem alle Einzelteile zugeschnitten sind, verewige ich die Grafik auf dem Schnittteil. Die Grafik wird aus einer Folie ausgeplottet und mit Hitze und Druck aufgedruckt.

 

Der letzte und wichtigste Schritt ist schließlich alle Teile sorgfältig und gekonnt zusammennähen. Dafür benutze ich bis zu drei unterschiedliche Nähmaschinen, die jeweils einen bestimmten Stich beherrschen. Beim Nähen ist Übung und eine ruhige Hand wirklich hilfreich. Also nicht verzweifeln, wenn es nicht gleich von Anfang an gerade Nähte werden. Das stellt sich ein. 

Als ich anfing Industrienähmaschinen zu nutzen, habe ich zu Beginn meine Zähne vor Anspannung aufeinander gepresst. Industrienähmaschinen sind um einiges schneller und leistungsstärker als das was man normalerweise rumstehen hat. 

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