Hoher Dachstein

Wir dachten wir nehmen einfach mal alles mit. Alles was man braucht um einen Gletscher zu überschreiten. Alles für eine sicheren Aufstieg auf den Gipfel des hohen Dachsteins. Und schlussendlich Alles um nicht auf halber Strecke zu verhungern. 


Die ersten zwei Stunden vom Vorderen bis zum Hinteren Gosausee waren wir beide damit beschäftigt das Gewicht der Rucksäcke gleichmäßig zwischen links und rechts zu verteilen, alle Schlaufen richtig anzuziehen und den optimalen Druckpunkt auf den Hüften auszumachen. Am Ende haben wir beschlossen, dass ein schwerer Rucksack einfach schwer ist und bleibt. 

 

Nach vier Stunden Aufstieg zum Adamekhaus, erwartete uns ein gutes Abendessen und ein traumhafter Sonnenuntergang, bei dem die Sonne glühend in den Horizont eintauchte. Mehr Lob kann man allerdings dieser schönen aber unpersönlichen Hütte nicht aussprechen.


Am frühen Morgen sind wir in freudiger Erwartung aus den Betten gehüpft, haben kurz Kaffee getrunken und uns auf zum Gletscher gemacht. Für unsere Hüften war das einer der besten Momente. Das Gewicht aus den Rücksäcken verteilte sich nun. Steigeisen an, Pickel in die Hand, Helm aufn Kopf und das Seil zwischen uns gespannt gehen wir über den Gosaugletscher Richtung hoher Dachstein. Nach einer Stunde bergauf kreist ein Hubschrauber über uns und wir bekommen Abwechslung in unseren gleichmäßigen Trott. Zwei Propellerflugzeuge mit großer RedBull Bemalung und ein filmender Hubschrauber fliegen im Tieflug über unsere Köpfe und den Gletscher und wiederholen das die nächste halbe Stunde immer zu. 

Auf dem Dachstein selbst ist man relativ zügig oben. Der Süd-West Grad ist nur wenig brüchig, nicht zu steil und durchgehend versichert. Vom Gosaugletscher her ist er zudem wenig begangen und somit kommt man schnell vorwärts. 

Auf dem Gipfel trifft sich dann das ganze Gesindel. Von drei Seiten kommt man gut zum Kreuz und besonders der Randkluftsteig ist viel begangen. Der Randkluftsteig hat einen gewissen Bekanntheitsgrad da er der erste, voll versicherte Steig auf solch ein hohen Gipfel war. 


Genau über diesen mussten wir aber absteigen um auf den Hallstättergletscher zu gelangen, über welchen wir unseren Weg zur Simonyhütte fortsetzen wollten. Die aufsteigenden Massen gilt es dann mit Kommentaren zu belustigen und nach einigem Stop and Go hat man es bis zur Randkluft geschafft. Am Einstig hatten wir die Ehere einem Mittsiebziger bei seiner Berichterstattung über seine erste Tour vor 40Jahren zu lauschen, bevor wir uns an den 8 stündigen Abstieg ins schöne Hallstatt und seinem vorgelagerten wassereichen Tal machten.  


Nach 12 Stunden traben in der, je tiefer man kam, steigenden Hitze war jede kühlende Erfrischung willkommen. Von einer am Wegesrand entdeckten Quelle sind wir nur schweren Herzens weitergezogen. Und da unser Wasser schon seit einiger Zeit zur Neige gegangen war, war ein Getränkeautomat vorm Nah und Frisch das gefühlt größte Glück des Tages.


Wer von Gosau nach Hallstatt geht sollte sich darüber im Klaren sein, dass es deutlich weiter auseinander liegt als Lisa und Holger dachten. Aber ein freundlicher Autofahrer hat uns zwei Hitchhiker mit einem großem Umweg an diesem Abend gerettet.





Kommentar schreiben

Kommentare: 0