Skihochtour in der Schweiz

Auch im Allgäu gibt es im Winter mal keinen Schnee. Wer derzeit Schnee sucht, muss sich in die Höhe begeben. 

Wir haben uns auf in die Schweiz gemacht. Der bekanntere Ort dürfte Andermatt sein, 8km weiter ins Tal rein kommt man nach Realp. 

 

Realp ist Ausgangsort unzähliger Skitouren. Selten habe ich einen Parkplatz gesehen, der von so vielen jungen Skitourengehern und Bergsteigern wimmelt. Unser Ziel war für Tag Eins die Albert Heim Hütte und für den zweiten Tag der Galenstock. Insgesamt sind fast 2000hm hoch zu steigen. 

Die Albert Heim Hütte ist sehr sympathisch. Kommen genug Anmeldungen zusammen, öffnet sie übers Wochenende auch im Februar. Der Hüttenwirt ist ein junger Bergfex, sehr sympathisch und wirkt stetig gut gelaunt. Wahrlich eine Hütte zum Wohlfühlen. Sie liegt sehr beeindruckend auf einer felsigen Anhöhe, umgeben von steilen Hängen. Wie es sich im Winter gehört, sind alle Wasserhähne eingefroren und wer Nachts mal muss, der zieht sich warme Gummistiefel an und stapft am steilen Abgrund vorbei aufs Plumpsklo. 

 

 

Gar nicht klar war uns beim Aufstieg, dass wir eine Vollmondnacht erwischen würden. Natürlich haben wir die Nacht unterbrochen, um einige schöne Vollmondaufnahme für unser Fotoalbum zu machen. Es war beeindruckend anzusehen wie die Berge mitten in der Nacht strahlen, aber leider war es zu bewölkt um das Schauspiel auf ein Bild zu bekommen. Grundsätzlich wären wir auch gerne eine Vollmondskitour gegangen, aber dafür hat offengestanden unsere Kraft nach dem Aufstieg nicht mehr gereicht. Wir hatten immerhin die komplette Hochtourenausrüstung, plus Skiequipment zu tragen. Was sich doch sehr stark vom normalen Skitourengepäck unterscheidet und 1000hm ziehen damit dann deutlich in die Waden. 

 

Tag Zwei ging früh los, und wir hatten eine schöne Tour über den weiten Gletscher. Man geht eigentlich direkt 900hm über den Gletscher bis zum Skidepot. Schon beim Hochgehen, freut man sich auf die weiten Hänge und den weichen tiefen Schnee. Die letzten 200hm bis zum Gipfel klettert man den Grat entlang. Die Kletterei war aber leider anders als erwartet und wir hätten mehr Equipment mithaben müssen um sicher Richtung Gipfel zu kommen. Die ersten 50hm haben wir uns hochgekämpft, improvisierte Stände genutzt und mit unserem Eispickel großen Spaß gehabt den fröhlichen Bergsteiger zu mimen. Dann haben wir aber die Vernunft erstmal siegen lassen und uns gekonnt abgeseilt. Besser vorbereitet wird Winterbergsteigen großes Kino. 

 

Im Skidepot, schnell umgerüstet und bei sporadischem Sonnenschein losgefahren, haben wir uns in eine wunderschöne und vor allem lange Abfahrt begeben. Großteils hatte man gerade auf dem Gletscher super Schnee, teilweise bekam man kleine Schläge von Eisbrocken der alten begrabenen Lawinenkegel ab.