Queen Charlotte Track - Mountainbiken in Neuseeland

Früh am Morgen geht es für uns mit dem Wassertaxi durch die langgezogenen Sounds der Nordküste der Südinsel Neuseelands. 

Sounds sind am ehestens mit Fjorden in Norwegen zu vergleichen, allerdings sind hier die Fjorde miteinander verzweigt und durchzogen von Inseln und Halbinseln. 

 

Das Wasser-Taxi setzt uns in der Früh am nördlichsten Punkt Ship Cove ab und wird uns am nächsten Tag, 71km südlich in Anakiwa wieder abholen. 

 

Wir werden zwei Tage auf dem Rad verbringen und meist direkt auf dem Grat, der hier bis auf 400 Meter aufragenden Bergen verläuft, entlangfahren. 

Der Queen Charlotte Track wurde früher vor allem zu Fuß bewältigt, gilt aber mittlerweile als einer der längsten Mountainbike Singletracks Neuseelands. 

Am ersten Tag werden wir 48km bewältigen. Ein Marathon Mountainbiker könnte die 71km an einem Tag sicher schaffen, aber für unsere gut gefederten Fahrräder sind 48km schon eine ordentliche Strecke. Die Rucksäcke auf unseren Rücken sind zum Glück nicht all zu schwer, denn unser Zelt lassen wir mit dem Wassertaxi in die nächste große Bucht transportieren um dort zu zelten. 

Für unseren ersten Tag ist das Wetter leider sehr schlecht angesagt und es soll im Laufe des Vormittags anfangen zu regnen. Das ist der Grund, warum wir kaum eine Pause einlegen und konstant durchfahren. 

Wären wir nicht von den Ausblicken auf die Fjordlandschaft so beeindruckt, würde uns auf den ersten 20km vielleicht stören, dass der Weg ziemlich begradigt wurde und der beschriebene Singletrail so zu einem sehr einfach zu befahrenden Pfad wurde. Aber wie gesagt, die Aussicht ist der Wahnsinn und der Weg führt durch eine Art Urwald, darum fällt uns die Wegbeschaffenheit erst rückblickend auf. 

 

Auf den nächsten 28km wird der Weg deutlich anstrengender zu fahren und der Singletrailanteil nimmt zu. Ein langer Teilabschnitt, der auf der Karte eher flach ausgesehen hat und uns eher zum Relaxen dienen sollte, stellt sich als stätiges und kräftezehrendes Auf und Ab heraus. Dementsprechend erschöpft kommen wir abends an unserem Zeltplatz an. Dort liegt unser Gepäck für uns bereit und wir kochen uns Outdooressen und freuen uns darüber, dass es den ganzen Tag keinen Tropfen geregnet hat. 

Am zweiten Tag unserer Tour dreht sich das Wetterglück um. Eigentlich sollte es ein bewölkter aber trockener Tag werden. Aber bereits kurz nachdem wir das Zelt verpackt haben, fängt es an zu regnen und hört auch nicht mehr auf, bis wir an unserem Ziel angekommen sind. 

Dafür erfüllt der zweite Tag in Sachen Singletrails all unsere Hoffnungen. Zwar muss bergauf das Rad hier und da schon mal geschoben werden, da der Untergrund lehmig und durch die Mischung aus Nässe und Steigung oft nicht fahrbar ist. 

 

Bergab ist es allerdings das reinste Vergnügen. Der Weg ist selten breiter als einen halben Meter und gerade wenn man akzeptiert hat, dass man sowieso komplett nass und schmutzig ist, gibt es keinen Grund mehr den zahlreichen großen Pfützen auszuweichen. 

 

Verschwitzt, klitschnass, komplett schmutzig und glücklich kommen wir am frühen Nachmittags in unserem Zielort an. Unsere Räder spritzen wir mit einem Schlauch ab und weil wir uns so schmutzig nicht aufs Boot trauen, bekommt unsere Kleidung die selbe Dusche ab. Wir tragen auf dem Weg zum Boot anstelle von Hosen deshalb unsere Regenjacken.