Mit dem Rad durch Portugal

Seit zwei Jahren produzieren wir nicht nur in Polen und Österreich, sondern auch in Portugal.

Dort lassen wir sowohl nähen, als auch einige Stoffe herstellen.

Am Anfang einer jeden Partnerschaft ist es wichtig, sich kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen. Auch wenn wir grundsätzlich wie jeder andere Hersteller behandelt werden, ist es immer gut als kleines Label die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Die Idee, jeden unserer Hersteller mit dem Rad anzufahren, hatte ich schon seit letztem Jahr im Hinterkopf, aber eher als unrealistisch abgestempelt.

Nun hat sich diesen Frühling eins zum anderen ergeben. Ich habe mir ein neues Gravelbike gekauft und durch unsere Reise nach Neuseeland war ich es gewohnt, mein in Einzelteile zerlegtes Rad nach dem Flug wiederaufzubauen. Und Autofahren im südländischen Ausland war für meinen ruhigen gelassenen Fahrstil schon immer zu hektisch.

Somit habe ich dieses Mal einfach unsere Samples in die Bike-Packing-Taschen gepackt und bin direkt vom Flughafen in Porto mit dem Fahrrad gestartet. Ziel war es zehn Tage durchs Land zu reisen und nebenbei unsere Stoffhersteller und Nähereien zu besuchen.

 

Und siehe da: Es ist noch nie ein Kunde mit dem Rad vorgefahren, die Gespräche waren dadurch deutlich offener und persönlicher und dies vereinfacht durch diese Besonderheit den zukünftigen Kontakt.

 

Das Wetter in Portugal ist übrigens im Frühling sehr durchwachsen. Ich hatte nebelverhangene Tage mit Sprühregen, richtige Sommertage mit kurzer Hose und T-Shirt und Abende mit eiskaltem Gegenwind, bei denen ich jeden Kilometer zum Hotel gezählt habe.

 

Wenn ihr eure nächste Reise nach Portugal plant, vergesst auf alle Fälle nicht über einen Roadtrip auf dem Rad nachzudenken: Ruhige Straßen, schöne Wege, die euch an den Dünen entlangführen und guter Espresso in jedem noch so kleinen Ort, machen es zu einem unvergesslichen Erlebnis.